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Der Bizepssehnenriss: Wenn die Kraft im Arm nachlässt

Bizepssehnenriss: Ursachen, Symptome und Wege zur Genesung

Was ist ein Bizepssehnenriss eigentlich?

Der Bizeps ist einer der vielseitigsten Muskeln unseres Körpers. Wir nutzen ihn nicht nur, um den Arm zu beugen, sondern auch, um den Unterarm nach außen zu drehen. Damit dieser Bewegungsablauf reibungslos funktioniert, ist der Muskel über Sehnen mit dem Skelett verbunden. Ein Bizepssehnenriss beschreibt den plötzlichen Defekt einer dieser Sehnen, wodurch die Kraftübertragung zwischen Muskel und Knochen unterbrochen wird.

Anatomisch gesehen besteht der Bizeps aus zwei Köpfen, die im Schulterbereich entspringen. In den allermeisten Fällen – etwa in 95 % der Fälle – ist die sogenannte lange Bizepssehne betroffen. Diese verläuft im oberen Bereich des Schultergelenks. Ein seltenerer, aber oft heftigerer Riss betrifft die untere Sehne am Unterarm, während der Riss der kurzen Sehne am Schulterblatt eine medizinische Ausnahme darstellt.

Warum kommt es zu einer Sehnenruptur?

Die Ursachen für eine solche Verletzung hängen oft mit der Lebensweise und der körperlichen Belastung zusammen. Wir unterscheiden hier primär zwei Szenarien:

  • Verschleißbedingte Risse (Degenerativ): Dies ist die häufigste Form. Über Jahre hinweg können wiederholte Belastungen – etwa durch körperlich schwere Arbeit oder intensiven Sport wie Krafttraining oder Speerwurf – die Sehne ermüden lassen. Die Sehne wird brüchig und kann schon bei einer vergleichsweise geringen Belastung reißen. Dies betrifft oft Menschen über 40 Jahre.
  • Akute Traumata (Unfallbedingt): Ein plötzlicher, massiver Kraftaufwand, wie etwa beim Heben einer sehr schweren Last oder durch einen direkten Schlag, kann die Sehne schlagartig reißen lassen. Dies tritt häufiger bei jüngeren, sportlich sehr aktiven Menschen auf.

Woran erkennt man einen Riss der Bizepssehne?

Die Symptome können je nach Ort des Risses variieren. Es ist wichtig zu wissen, dass ein Riss der langen Sehne im oberen Bereich oft weniger schmerzhaft verläuft, als man vermuten würde. Dennoch gibt es deutliche Anzeichen, auf die Sie achten sollten:

Typische Warnsignale sind:

  • Sichtbare Veränderungen: Eine tastbare Vorwölbung am Oberarm (oft als „Popeye-Zeichen“ bezeichnet), da sich der Muskel durch den Sehnenriss nach unten verschiebt.
  • Schmerzen: Akuter, stechender Schmerz bei einem Unfall oder ein dumpfer Druckschmerz im Bereich des Schultergelenks.
  • Funktionsverlust: Eine deutliche Schwäche beim Beugen des Arms oder beim Drehen des Unterarms (Handfläche nach oben).
  • Äußerliche Zeichen: Schwellungen und Hämatome (Blutergüsse) im Bereich des Oberarms.

Mögliche Wege der Behandlung im Jahr 2026

Die Entscheidung, wie eine solche Verletzung behandelt wird, hängt maßgeblich von Ihrem Alter, Ihrem Lebensstil und dem Grad der Verletzung ab. In der modernen Orthopädie stehen uns verschiedene Wege offen:

Die konservative Therapie: Bei vielen Patienten, insbesondere wenn die Beschwerden eher chronisch-verschleißbedingt sind, reicht eine schonende Behandlung aus. Dies beinhaltet meist eine kurzzeitige Ruhigstellung des Arms, gefolgt von gezielten physiotherapeutischen Bewegungsübungen, um die Mobilität wiederherzustellen.

Der operative Eingriff: Wenn Sie beruflich schwer arbeiten müssen oder ein sehr aktiver Sportler sind, kann es sinnvoll sein, die Sehne operativ wieder am Knochen zu verankern. Dies ist besonders dann der Fall, wenn die untere Sehne gerissen ist oder eine starke Kraftminderung die Lebensqualität massiv einschränkt. Ein Chirurg stellt hierbei sicher, dass die mechanische Verbindung wiederhergestellt wird.

Bitte beachten Sie, dass nach einem Riss – egal ob operativ oder konservativ – oft eine leichte, dauerhafte Kraftminderung zurückbleiben kann. Geduld und eine konsequente Rehabilitation sind hier die wichtigsten Begleiter auf Ihrem Weg der Besserung.

Hinweis: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Wenn Sie akute Schmerzen oder eine sichtbare Veränderung bemerken, suchen Sie bitte umgehend einen Arzt auf.

Häufig gestellte Fragen

Ist ein Bizepssehnenriss immer ein Notfall?

Ein akuter, stechender Schmerz nach einem Unfall sollte immer sofort ärztlich abgeklärt werden. Bei verschleißbedingten Rissen ist der Schmerz oft weniger akut, dennoch ist eine fachärztliche Untersuchung wichtig.

Was ist das 'Popeye-Zeichen'?

Wenn die Bizepssehne reißt, kann der Muskelbauch nach unten rutschen. Dadurch entsteht eine auffällige Vorwölbung am Oberarm, die an einen muskulösen Bizeps erinnert, was oft als Popeye-Zeichen bezeichnet wird.

Kann man einen Bizepssehnenriss selbst heilen?

Eine vollständige Heilung ohne medizinische Anleitung ist bei einem Riss der Sehne nicht möglich. Die Behandlung erfolgt entweder durch Physiotherapie (konservativ) oder durch einen chirurgischen Eingriff.

Wie lange dauert die Genesung?

Die Dauer der Genesung ist sehr individuell. Sie hängt stark davon ab, ob eine Operation durchgeführt wurde und wie intensiv die anschließende Physiotherapie ausfällt. Planen Sie ausreichend Zeit für die Rehabilitation ein.

Dr. Anna Schneider
Medizinisch geprüft von Dr. Anna Schneider Approbierter Apotheker

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