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FSME: Was Sie über die Frühsommer-Meningoenzephalitis wissen sollten

FSME verstehen: Schutz und Aufklärung bei Zeckenstichen

Was ist eine FSME eigentlich?

Wenn wir uns im Frühling oder Sommer in der Natur aufhalten, ist die Gefahr durch Zecken nicht zu unterschätzen. Eine der relevantesten Erkrankungen, die durch Zecken übertragen werden kann, ist die Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME. Dabei handelt es sich um eine Virusinfektion, die das Nervensystem angreifen kann. Das Virus verursacht Entzündungen der Hirnhäute (Meningitis) oder kann – in schwereren Fällen – auch das Gehirn (Enzephalitis) oder das Rückenmark betreffen.

Es ist wichtig zu wissen, dass der Verlauf je nach Person sehr unterschiedlich ausfallen kann. Während Kinder oft einen sehr milden, fast unbemerkten Verlauf zeigen, kann die Erkrankung bei Erwachsenen ernsthafte Folgen haben. In seltenen Fällen können bleibende Schäden oder neurologische Ausfälle auftreten. Wir möchten Sie daher bestmöglich über die Anzeichen und die Prävention informieren.

Der typische Verlauf einer Infektion

Die Symptome einer FSME treten häufig in zwei Phasen auf, was die Diagnose für Mediziner manchmal herausfordernd macht:

  • Die erste Phase: Etwa ein bis zwei Wochen nach dem Zeckenstich fühlen sich viele Betroffene wie bei einer Grippe. Typisch sind Abgeschlagenheit, Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen. Diese Symptome klingen oft nach wenigen Tagen wieder ab.
  • Die zweite Phase: Bei etwa 10 % der Infizierten folgt nach drei bis vier Wochen ein erneuter Fieberanstieg. In dieser Phase können die Symptome deutlich schwerwiegender werden. Dazu gehören heftige Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Übelkeit oder Erbrechen.

In der schwereren Phase können zudem neurologische Symptome wie Gleichgewichtsstörungen, Sprech- oder Schluckbeschwerden sowie Bewusstseinsstörungen auftreten. Sollten Sie nach einem Zeckenstich solche Symptome bemerken, ist eine zeitnahe ärztliche Abklärung ratsam.

Wo lauert das Risiko?

Die Viren werden meist von Kleintieren wie Waldmäusen auf Zecken übertragen. In Risikogebieten sind Schätzungen zufolge etwa 3 % der Zecken mit dem FSME-Virus infiziert. Das bedeutet jedoch nicht, dass jeder Stich zu einer Krankheit führt – nur ein Bruchteil der Infizierten entwickelt tatsächlich eine FSME.

Die Risikogebiete in Deutschland sind über die Jahre gewachsen. Neben großen Teilen Süddeutschlands gibt es mittlerweile auch Gebiete in Rheinland-Pfalz, Hessen und Teilen von Niedersachsen, die vom Robert Koch-Institut als Risikogebiete eingestuft werden. Die Infektionsgefahr ist vor allem zwischen März und November am höchsten, mit einem Peak in den warmen Sommermonaten.

Diagnose und medizinische Einordnung

Da die Symptome einer FSME auch auf andere Erkrankungen hindeuten können – wie etwa eine Borreliose, eine Influenza oder im schlimmsten Fall eine Herpes-simplex-Enzephalitis – ist eine genaue Differenzialdiagnose entscheidend. Letztere muss oft sofort behandelt werden, um Komplikationen zu vermeiden.

Um die Ursache sicher zu bestimmen, nutzen Ärzte meist Blutuntersuchungen oder eine Untersuchung der Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit (Liquor). Gelegentlich ist auch eine Bildgebung, wie ein MRT des Gehirns, notwendig, um das Ausmaß der Entzündung genau zu bestimmen. Aufgrund der potenziellen Schwere der Erkrankung werden Patienten mit Verdacht auf FSME zur Sicherheit häufig stationär im Krankenhaus beobachtet.

Prävention: Wie Sie sich schützen können

Da es gegen das FSME-Virus selbst keine spezifische medikamentöse Heilung gibt (die Behandlung konzentriert sich rein auf das lindern der Symptome), ist die Vorsorge der wichtigste Schutzschild. Es gibt zwei wesentliche Wege:

1. Die Impfung: Die FSME-Impfung gilt als sehr effektiv und ist der sicherste Schutz gegen eine Infektion des Nervensystems. Sprechen Sie dazu am besten mit Ihrem Hausarzt über den passenden Impfplan für Sie und Ihre Familie.

2. Verhalten im Freien: Tragen Sie helle, lange Kleidung, wenn Sie in Wald oder Wiese gehen. Nutzen Sie geeignete Repellents und kontrollieren Sie Ihren Körper nach dem Aufenthalt in der Natur gründlich auf Zecken. Ein kurzer Blick auf die Haut kann oft den Unterschied machen.

Ihre Gesundheit liegt uns am Herzen. Im Zweifelsfall gilt immer: Bei ungewöhnlichem Fieber oder neurologischen Auffälligkeiten nach einem Zeckenstich bitte umgehend einen Arzt aufsuchen.

Dr. Anna Schneider
Medizinisch geprüft von Dr. Anna Schneider Approbierter Apotheker

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