Gehirnerschütterung: Ein Ratgeber zu Symptomen und dem richtigen Verhalten
Was ist eine Gehirnerschütterung eigentlich?
Ein Sturz oder ein heftiger Stoß gegen den Kopf können auch ohne sichtbare Wunden im Außenbereich zu einer Verletzung im Inneren führen. Medizinisch gesehen handelt es sich bei einer Gehirnerschütterung um die leichteste Form eines Schädel-Hirn-Traumas (SHT Grad I). Das bedeutet: Das Gehirn wurde durch eine Erschütterung vorübergehend beeinträchtigt, aber es sind keine dauerhaften strukturellen Schäden im Gewebe erkennbar. Ein CT-Scan des Gehirns zeigt in diesem Stadium meist keine Auffälligkeiten.
Es ist wichtig zu wissen: Eine Bewusstlosigkeit ist kein Muss. Viele Betroffene sind nach dem Vorfall voll bei Bewusstsein, fühlen sich aber wie in Watte gepackt oder sind sichtlich desorientiert. Eine reine Schädeldelle oder eine Prellung ohne Funktionsstörung des Gehirns wird hingegen als Schädeldelle bezeichnet.
Typische Symptome erkennen
Die Anzeichen einer Gehirnerschütterung können unmittelbar auftreten oder sich erst mit etwas zeitlicher Verzögerung zeigen. Achten Sie auf folgende Beschwerden:
- Geistige Symptome: Leichte Verwirrtheit, Erinnerungslücken (Amnesie) bezüglich des Unfallhergangs oder ein Gefühl der Abwesenheit.
- Körperliche Beschwerden: Leichte bis mäßige Kopfschmerzen, Schwindelgefühl oder Übelkeit, die bis zum Erbrechen führen kann.
- Sensorische Empfindlichkeit: Eine erhöhte Sensibilität gegenüber Licht oder Geräuschen ist sehr häufig.
- Bewusstsein: Gelegentlich kann es zu einer sehr kurzen Bewusstlosigkeit kommen, die meist weniger als eine Stunde dauert.
Wie Ärzte die Schwere beurteilen: Die Glasgow-Kala
Um die Schwere einer Kopfverletzung schnell und objektiv einschätzen zu können, nutzen medizinische Fachkräfte die sogenannte Glasgow-Koma-Skala. Dabei werden drei Bereiche bewertet: das Öffnen der Augen, die verbale Reaktion (das Sprechen) und die motorische Reaktion (die Bewegung). Ein völlig orientierter, wacher Mensch erreicht dabei die volle Punktzahl von 15.
Die Einteilung hilft dabei, die Dringlichkeit der Behandlung festzulegen:
- SHT Grad I (Gehirnerschütterung): Ein Score von über 12 Punkten deutet auf eine leichte Verletzung hin.
- SHT Grad II (Mittelschweres Trauma): Ein Score zwischen 9 und 12 Punkten weist auf eine mittelschwere Verletzung hin.
- SHT Grad III (Schweres Trauma): Werte unter 9 Punkten deuten auf eine lebensbedrohliche, schwere Verletzung hin.
Wichtig für Angehörige: Maßgeblich für die medizinische Einschätzung ist oft der schlechteste Wert, der innerhalb der ersten 48 Stunden nach dem Ereignis gemessen wird.
Wann ist es ein Notfall? Warnsignale erkennen
Auch wenn viele Betroffene nach dem ersten Schreck schnell wieder zu sich kommen, ist Vorsicht geboten. In manchen Fällen ist eine ärztliche Abklärung unumgänglich, um schwerwiegendere Komplikationen auszuschließen. Bitte suchen Sie umgehend einen Arzt oder die Notaufnahme auf, wenn folgende Anzeichen auftreten:
- Die Person ist bewusstlos oder wirkt über längere Zeit „nicht ganz da“.
- Es tritt mehr als einmal Erbrechen auf.
- Sich der Zustand verschlechtert (z. B. zunehmende Verwirrtheit oder stärkere Kopfschmerzen).
- Die Symptome treten erst zeitversetzt nach einer scheinbar unbedenklichen Phase wieder auf.
Erste Hilfe und Heilung: Ruhe ist das Gebot
Die wichtigste Behandlung bei einer leichten Gehirnerschütterung ist die konsequente Schonung. Das Gehirn benötigt Ruhe, um sich zu regenerieren. Das bedeutet: körperliche Anstrengung vermeiden und auch geistige Anstrengung (wie das Lesen langer Texte oder das Starren auf Bildschirme) reduzieren. In der akuten Phase sollte die betroffene Person idealerweise über die ersten 24 Stunden hinweg von einer Vertrauensperson beobachtet werden.
Zur Linderung von Begleitsymptomen wie Kopfschmerzen oder Übelkeit können nach Rücksprache mit einem Arzt entsprechende Medikamente eingesetzt werden. In der Löwen Apotheke beraten wir Sie gerne diskret und fachkundig zu den passenden Hilfsmitteln für Ihre Genesung.
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