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Adnexitis: Ein Ratgeber zu Entzündungen im Beckenbereich

Adnexitis verstehen: Informationen zu Entzündungen der Eileiter und Eierstöcke

Was versteht man unter einer Adnexitis?

Das Wort Adnexitis beschreibt eine Entzündung im Bereich der Adnexe – also der inneren Geschlechtsorgane, die an der Gebärmutter liegen. In der Praxis sind meist die Eileiter (Salpingitis) und die Eierstöcke (Oophoritis) betroffen. Da diese Organe eng miteinander verbunden sind und die Entzündung oft das umliegende Gewebe mit einbezieht, wird häufig der Sammelbegriff Adnexitis verwendet.

Es ist wichtig zu wissen, dass eine solche Entzündung oft schleichend beginnt oder sehr heftig auftreten kann. Statistisch gesehen betrifft dies etwa jede achte sexuell aktive Frau, wobei das Risiko in den ersten Lebensjahren der sexuellen Aktivität tendenziell etwas höher liegt und mit zunehmendem Alter meist abnimmt.

Mögliche Anzeichen und Warnsignale

Die Symptome einer Adnexitis können sehr unterschiedlich sein, was die Diagnose manchmal herausfordernd macht. Es ist ratsam, auf folgende körperliche Veränderungen zu achten:

  • Schmerzen im Unterbauch: Diese können stechend, dumpf oder krampfartig sein und oft einseitig oder beidseitig auftreten.
  • Veränderungen des Ausflusses: Ein gelblich-grüner oder unangenehm riechender Ausfluss kann ein Hinweis sein.
  • Allgemeines Befinden: Begleiterscheinungen wie Fieber, Übelkeit oder ein allgemeines Krankheitsgefühl sind möglich.
  • Zyklische Besonderheiten: Blutungen außerhalb der normalen Menstruation oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr sollten beobachtet werden.
  • Schmerzen bei der Ausscheidung: Auch Schmerzen beim Wasserlassen oder beim Stuhlgang können auftreten.

Sollten die Schmerzen sehr plötzlich und extrem stark auftreten, ist dies ein Signal des Körpers, das umgehend ärztlich abgeklärt werden sollte.

Wie entsteht eine Entzündung? Der Schutzmechanismus des Körpers

Der weibliche Körper verfügt über ein natürliches Abwehrsystem. Ein saurer pH-Wert in der Scheide (etwa zwischen 4,0 und 4,5), der durch Milchsäurebakterien aufrechterhalten wird, erschwert es Keimen, sich zu vermehren. Zudem dient der Schleimpfropf am Gebärmutterhals als biologische Barriere.

Es gibt jedoch Phasen, in denen dieser Schutz temporär nachlässt, etwa während der Menstruation oder in den fruchtbaren Tagen, wenn der Schleim flüssiger wird. In diesen Zeiträumen können Erreger wie Chlamydien oder Gonokokken leichter aufsteigen und eine Entzündung der Gebärmutter, der Eileiter oder der Eierstöcke auslösen. Im schlimmsten Fall kann sich die Entzündung auf das Bauchfell ausweiten.

Risikofaktoren und mögliche Ursachen

Es gibt verschiedene Faktoren, die das Risiko für eine Infektion erhöhen können. Dazu gehören unter anderem:

  • Ein ungeschützter Geschlechtsverkehr oder ein Wechsel der Partner.
  • Bekannte sexuell übertragbare Infektionen bei sich selbst oder dem Partner.
  • Medizinische Eingriffe wie das Einsetzen einer Spirale oder Gebärmutterspiegelungen (Hysteroskopie).
  • Infektionen nach einer Entbindung (in diesem Fall spricht man oft von Kindbettfieber).

Mögliche Spätfolgen und die Bedeutung der Behandlung

Eine frühzeitige Diagnose ist entscheidend. Wenn eine Entzündung nicht ausreichend behandelt wird, kann sie chronisch werden. Dies kann zur Verklebung von Gewebe führen. Ein solches Problem kann die natürliche Funktion der Eileiter beeinträchtigen und im schlimmsten Fall zu Unfruchtbarkeit oder einem erhöhten Risiko für eine Eileiterschwangerschaft führen, bei der sich die Befruchtung im Eileiter festsetzt.

Wir empfehlen Ihnen, bei anhaltenden Beschwerden im Unterbauch oder ungewöhnlichem Ausfluss immer das Gespräch mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt zu suchen. Eine schnelle und diskrete Abklärung ist der beste Weg, um Ihre Gesundheit langfristig zu schützen.

Häufig gestellte Fragen

Kann eine Adnexitis auch ohne Schmerzen auftreten?

Ja, manche Entzündungen verlaufen sehr unauffällig oder werden erst spät bemerkt. Dennoch sollten Veränderungen des Ausflusses oder des allgemeinen Wohlbefindens ernst genommen werden.

Warum ist die Information über Geschlechtsverkehr für den Arzt wichtig?

Da viele Erreger über den Kontakt übertragen werden, hilft diese Information dem Arzt, die wahrscheinlichste Ursache schneller einzugrenzen und die passende Therapie zu wählen.

Ist eine Adnexitis gefährlich?

Unbehandelt kann eine Adnexitis zu chronischen Schmerzen oder Fruchtbarkeitsproblemen führen. In seltenen Fällen kann sie auch zu einer Bauchfellentzündung führen, weshalb eine ärztliche Abklärung wichtig ist.

Was kann ich selbst zur Vorbeugung tun?

Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen und ein verantwortungsbewusster Umgang mit Geschlechtskrankheiten (z.B. durch Kondome) sind wichtige Maßnahmen zum Schutz Ihrer Gesundheit.

Dr. Anna Schneider
Medizinisch geprüft von Dr. Anna Schneider Approbierter Apotheker

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